Home » Audio, Medienkompetenz, Medientage Aktuell

Wie steht es um den öffentlich-gesellschaftlichen Diskurs?

9.05.2016 Kein Kommentar

Panel_DiskursEines der ersten Panels des MTM 2016 fand unter dem Thema „Das wird man doch noch sagen dürfen… – Wie wandelt sich der öffentliche Diskurs?“ statt. Neben der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Ilse Junkermann und Philosoph Wolfram Eilenberger haben dabei die Journalistin Bettina Röhl und Wissenschaftler Uwe Kröger auf dem Podium Platz genommen.

In der Veranstaltung stand vor allem eine Frage im Fokus: Wie steht es aktuell um Beleidigungen im öffentlichen Diskurs und wie sollte diesbezüglich verfahren werden? Schnell fiel in dem Zusammenhang das Stichwort ‚Hate speech‘, das laut der Teilnehmenden vor allem im Rahmen der sozialen Netzwerke und der Flüchtlingsdebatte entflammt ist.

Während zum einen darauf verwiesen wurde, dass viele Kommentare eine deutliche Emotionalisierung aufweisen, wurde zum anderen die Empfindlichkeit der Schreibenden angesprochen. Wolfgang Eilenbergers Meinung nach sind Hasskommentare häufig das Resultat eigener Empfindlichkeiten, auf die wiederum mit Kränkungen anderer reagiert wird. Letztendlich sei eine Resistenz gegenüber Kränkungen die beste Lösung, um öffentlichen Debatten standzuhalten.

Röhl sieht darüber hinaus das Spannungsfeld zwischen Anonymität und Identifikation. Ihrer Meinung nach sei das Löschen beleidigender Kommentare nicht zwingend notwendig. Vielmehr plädiert sie dazu, die öffentliche Debatte nicht anonym zu führen und zu moderieren.

Allgemein lässt sich festhalten, dass das Problem des Diskurses in fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen besteht. Zwar existieren strafrechtliche Grundlagen für Beleidigung an sich. Dennoch fehlt es bisher insbesondere in Verbindung mit Hate speech und der Diskussionen in sozialen Netzwerken an rechtlichen Bedingungen.

Am Ende hat die Debatte dennoch gezeigt, dass eine einfache Lösung in der Frage nach öffentlichen Beleidigungen aufgrund ihrer Komplexität nicht zu finden ist. So gab es keine konkreten Vorschläge, wie man übergreifend auf konstruktive und produktive Weise mit Hasskommentaren umgehen kann.

Wir haben nach der Veranstaltung mit Ilse Junkermann gesprochen und nachgefragt, wo sie die konkreten Gefahren des Hate speech sieht und welche Regulierungsmaßnahmen sie für möglich hält.

 

Kommentieren!

Schreibe unten deinen Kommentar dazu oder lege einen Trackback von deiner eigenen Seite aus an. Du kannst die Kommentare auch per RSS abonnieren.

Sei nett. Keine persönlichen Angriffe oder Kraftausdrücke, und beschränke dich bitte auf Aussagen zum Thema. Kein Spam.

Folgende Tags können verwendet werden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

In diesem Weblog kann man Gravatar verwenden. Um einen eigenen, global einsetzbaren Gravatar zu bekommen, kann man sich kostenlos auf Gravatar registrieren .